Cyclecar der Marke Collet Anzani von1924
Anzani war eine kleine italienische Firma, die in den zwanziger Jahren von 1923 bis 1924 in Mailand sich dem Bau von Cyclecars widmete.
Alessandro Anzani, berühmt durch den Bau des 3-Zylinder-Sternmotors für BleriotsKanalüberquerung im Jahre 1909, baute diesen wahrscheinlich heute noch einzig existierenden Rennwagen.
Planer, Konstrukteur und Rennfahrer aus Mailand, gehörte nicht nur zu der Pionieren auf dem Gebiet von Motorrad und Automobil, sondern auch im Bereich der frühen Luftfahrt.
Er war ein genialer Techniker und trug grundlegend zur Entwicklung des Motorenbaus bei, wobei er bemerkenswerte technische Lösungen erdachte, die später von anderen Konstrukteuren übernommen wurden.
Der leidenschaftliche Motoren- und Maschinenenthusiast verließ zu Anfang unseres Jahrhunderts seine italienische Heimat und ging nach Frankreich.
In Paris fand er eine Stellung bei Buchet, einem Motoradkonstrukteur, der sich vor allem auf den Bau von großvolumigen Rennmotoren spezialisiert hatte.
Anzani arbeitete als Werksfahrer, war aber auch in der Werkstatt ein geschätzter Mitarbeiter und überaus geschickt im Umgang mit den Motoren der von ihm gefahrenen Rennmaschinen. 1906
verließ Anzani Buchet, um sich selbständig zu machen. Auch seine Rennfahrertätigkeit opferte er dem Motorenbau.
Möglicherweise war das erste von Anzani gebaute Motorrad mit einem Dreizylinder-V-Motor schon 1904 enstanden, J. A. Sheldon dagegen meint, Anzani habe es erst 1907 konstruiert,
nachdem er sich bereits selbständig gemacht hatte. 1907 begann sich der Italiener für die Luftfahrt zu interessieren, die damals noch in den Kinderschuhen steckte. Aus dem erwähnten Dreizylinder-Motorradmotor endstand schließlich zwei Jahre später sein erster
Flugzeugmotor. Dieser luftgekühlte Anzani-Motor steckte in dem Eindecker, in dem der Franzose Louis Blériotam 27.7.1909 in rund 27 Minuten zum ersten Mal den Ärmelkanal überflog.
Ein Unternehmen, das zunächst unmöglich erschien, da die Entfernung für ein Flugzeug jener tage beträchtlich war und es noch keine Motoren gab, die eine ausreichende Sicherheit hätten gewährleisten können. Da hatte sich Blériot schließlich an Anzani gewandt, der ihm seinen 35 PS-Motor anbot. Bereits 1906 hatte Anzani den Präsidenten des französischen Aero-Clubs, Ernest Archdeacon kennengelernt.
Gemeinsam konstruierten die beiden das berühmte Propeller-Motorrad, mit
dessen Hilfe sie das Verhalten des Propellers und die Kraftübertragung bei verschiedenen Drehzahlen untersuchen wollten. Die Experimente diehnten der Weiterentwicklung der Flugzeuge deren Flugverhalten verbessert werden sollte. Das Propeller-Motorrad von Anzani und Archdeacon soll eine Höchstgeschwindigkeit von rund 80 km/h erreicht haben. Ein wirklich
außergewöhnlicher Wert, wenn man bedenkt, welch kurioses Gefährt ihn zustande brachte. Zeitgenössischen Berichten zufolge war das Propeller-Motorrad mit einem längs im Rahmen eingebauten Zweizylinder-V-Motor ohne Gangschaltung ausgerüstet, der eine Leistung von 6 PS lieferte.
Die Kraftübertragung erfolgte über einen Riemen vom Motor auf die Propellerwelle. Der Motor soll bei Buchet hergestellt worden sein, wahrscheinlicher ist jedoch,
daß der von Anzani selber gebaut worden war. Man weiß auch von einem anderen in jener Epoche entstandenen Anzani-Motorrad, bei dem der Motor
im Rahmendreieck lag und der Antrieb über eine Kette erfolgte. Weitere Einzelheiten über diese Maschine sind leider nicht bekannt. 1923 stellte Claude
Temple mit einem von Anzani konstruierten 996 cm3-Zweizylindermotor einen Weltrekord auf, als er einen Schnitt von 175 km/h fuhr, was dem
Konstrukteur noch größere Popularität einbrachte. Anzanis Hauptproduktionsstätte befand sich in Frankreich, in Courbevoie.
Aber auch in Italien arbeitete die Fabbrica Motori Anzani auf Hochtouren.
Sie hatte ihren Sitz in Mailand.
Hier wurde wohl der Motor für den oben abgebildenten Anzani Rennwagen gebaut.
Das Fahrzeug selbst entstand in Frankreich.
In Großbritannien genoß die British Anzani Motor
Company großes Ansehen. Sie stellte nicht nur Motorrad-, sondern auch Flugzeugmotoren her.
1922 kam ein neuer Zweizylinder-Boxermotor mit
einem Hubraum von 500 cm3 (Bohrung und Hub 50 x 79 mm), untenliegender Nockenwelle und im Zylinder hängenden Ventilen in den Handel.
Dieser Motorentyp wurde zudem in einer seitengesteuerten 750 und 1000 cm3-Version geliefert. Die British Anzani produzierte nach einem Entwurf
Anzanis einen 996 cm3-Zweizylinder-V-Motor, der zwischen 1923 und 1926 in zahlreiche Rennmaschinen von Privatfahrern eingebaut wurde. Das
Resultat war beachtlich. Ein Ende der 20er Jahre in Frankreich sehr beliebtes Motorrad trug einen 75 cm3-Anzani-Motor.
Bemerkenswert ist schließlich, daß die British Anzani 1953 mit einem
250 cm3-Zweitakt-Drehschiebermotor eine Renaissance erlebte und wieder in die Motorradszene Eingang fand.
Es handelte sich um einen stehenden Zweizylindermotor mit zwei getrennten Gehäusen. Er besaß eine, für jene Zeit typische, zusammengesetzte Kurbelwelle. Der Motor war mit einem Vierganggetriebe ausgerüstet und wurde von
1954 an in Serie produziert.
FOTOS
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Klausenrennen 1998
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Klausenrennen1998
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Montlhery Paris 1998 Das Fahrzeug war seit 1936 wieder das Erste mal auf der historischen Rennstrecke in Paris Auch an der Vintage Monthlery 2000 in Paris am 29.-30. April war das Fahrzeug dabei.
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Montlhery Paris 1998
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Motor Anzani 1100ccm Vollaluminium Kopf und Zylinder ein Stück O.H.C. Doppelzündung Ventilsteuerung über Zahnräder
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Automobilmuseum von Loheac Bretagne Frankreich (Besitzer Serge Pozzoli)
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Automobilmuseum von Loheac Bretagne Frankreich im Besitz von Serge Pozzoli
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Artikel in Retro Hebdo Nr.56 Ausgabe 2.4.1998
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1961 in Frankreich im Besitz von Serge Pozzoli
Zu guter letzt:
Fotos und Beschreibung von einem 1922 DeMarcay mit einem Anzani 2-Zylinder V-Motor luftgekühlt Demnächst hier?-noch liegt das Auto im Regal!!
INFO: frankseeger@anzani.de